Question: Was ist ein Transident?

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Wer dieser Aussage nachgeht, entdeckt bei den Gründungsvätern des Pragmatismus eine beeindruckende Vielfalt religiöser Standpunkte mit modernem Habitus. Für eine im Säkularisierungsprozess fortschreitende Gesellschaft ergeben sich daraus heute bedenkenswerte Einsichten.

When Was ist ein Transident? this claim more closely, one can discover an impressive multiplicity of religious perspectives with a modern habitus among the founding fathers of pragmatism. They generate insights worthy of consideration for contemporary societies advancing in secular processes. Keywords: pragmatism, religion, transcendence, American philosophy Резюме Хайн Реттер: Трансцендентные и трагичные аспекты американской философии: религиозное многобразие в американском прагматизме — новое понимание : Статья обращается к тезису, Was ist ein Transident?

Вильгельмом Вундтом еще в 1911 году, о том, что американский прагматизм «американская философия» можно полностью понять лишь через его религиозную философию. Кто следует данному положению, тот открывает у отцов-основателей прагматизма впечатляющее разнообразие религиозных точек зрения с современными формами. Для общества, находящегося в процессе секуляризации, проистекают сегодня из этого поводы для нового понимания.

Некоторые из них являются трагичными, потому что они касаются проблем нашего времени, которые нельзя решить «прагматически». Die Beiträge Was ist ein Transident? Bandes erschließen die religiösen Bindungen der Philosophen des klassischen Pragmatismus der Zeit nach 1900 in ihrer Vielgestaltigkeit Deuser et al.

Am Ende wurde daraus ein über die Rezensionsabsicht weit hinausführender Text. Die 14 Fachbeiträge des hier im Mittelpunkt stehenden Buches gehen zurück auf eine internationale Tagung, die vom 16. Februar 2012 am Max Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt stattfand. Slater 2014der an der Georgetown University Washington D. Umrisse einer pragmatischen Phänomenologie der Religion Den Anfang in der Reihenfolge der Beiträge im Rezensionsband bildet Christoph Seiberts Erörterung des amerikanischen Pragmatismus und dessen Methodenbewusstsein.

Sie sind auch Was ist ein Transident? für die Religionsphilosophie der Gegenwart. Die zu Grunde liegende These lautet: Die moderne, erfahrungsoffene Religionsphilosophie hat durch die anhaltende Rezeption des Pragmatismus ein geschärftes Methodenbewusstsein gewonnnen. Seibert, Hamburger Theologe, dessen Tübinger Habilitationsschrift ihn als derzeit bedeutendsten James-Interpreten ausweist, macht mit seinem Text deutlich, dass moderne Religionsphilosophie heute ohne ein methodisch kontrolliertes Vorgehen nicht auskommt.

Wenn dabei der Pragmatismus Pate stehen soll, ist klar, dass es nicht um spekulatives Nachdenken, sondern um empirisches Vordenken geht.

Man Was ist ein Transident? sich zu vergegenwärtigen, sagt Seibert, Was ist ein Transident? Forschung keinen Was ist ein Transident? besitzt. Vorlaufende Kontexte sind in der zu Was ist ein Transident? Realität wie in den Texten der Fachliteratur vom Interpreten zu prüfen.

Die gilt im Grunde für jede Interpretation. Doch in der Religionsphilosophie verdient die Forderung besondere Beachtung. Seibert plädiert dafür, religionsphilosophische Studien nicht einer methodischen Engführung zu unterziehen, sondern den Anfang der Reflexion durchaus breit zu wählen; Ausscheidungsprozesse können später erfolgen.

Bei den vorgestellten Gesichtspunkten greift Seibert im Wesentlichen auf James zurück. Nicht selten geschieht dies in vergleichender Was ist ein Transident?. Seibert erörtert die Schwierigkeit, dass die Rationalität der Methode quer stehe zu nicht-rationalen Glaubensbefunden, ethischen und ästhetischen Gesichtspunkten, religiösem Erleben und religiöser Symbolik. Die Sphäre des Nichtrationalen — aber deshalb doch keineswegs Irrationalen — zu erfassen sei notwendig, um das Ganze in den Blick zu bekommen, betont Seibert.

Rationales Konstruieren einerseits und phänomenologische Schau andererseits setzen differente Akzente. Was ist ein Transident? behandelt beide Aspekte als methodische Stufen, die jeweils weitere Differenzierung erfahren.

Seibert gibt zu bedenken, dass die situative Gebundenheit des Forschers jene im natur- wissenschaftlichen Vorgehen selbstverständliche Forderung nach Neutralität Ausschaltung alles Subjektiven als Störfaktor im empirischen religionsphilosophischen Forschungsprozess nicht immer die beste Option darstelle.

Forschung sei in der Religionsphilosophie vor allem hermeneutische Teilhabe. Doch dahinter verbirgt sich natürlich ein methodisches Basisproblem, das nicht weiter diskutiert wird: Wie gewinnt Forschung einen höheren Geltungsanspruch, wenn sie über die Erfassung subjektiver Befindlichkeiten nicht hinauszugehen vermag?

Hier geht es um den konkreten, in der Lebenswelt verankerten Glauben und die mit ihm verbundenen Sinnhorizonte, die in ihrer Vielfalt phänomenologisch zu erschließen sind. Mit dem bemerkenswerten Statement, dass religiöse Überzeugungen in Glaubenshaltungen ruhen, die dem Menschen Sicherheit geben in dem, was er zu erwarten hat, schließt der Autor seinen angenehm kurzen, inhaltlich dementsprechend prall gefüllten Beitrag.

Was lässt sich aus ihm folgern? Der von James nicht gerade geliebte Königsberger Kollege formulierte im 18. Jahrhundert bekanntlich vier Fragen, die seine Philosophie zu beantworten suchte. Kants dritte Frage betraf die Religion und lautete: Was darf ich hoffen? Sehr viel anderes, als auf diese Frage eine befriedigende Antwort zu finden, leistete auch die Was ist ein Transident? der Pragmatisten nicht. Seiberts Analyse ist außerordentlich verdienstvoll.

Sie macht einer methodisch geschulten Leserschaft allerdings auch einen Sachverhalt deutlich, der unerwähnt bleibt: Dass die Forschungsansätze der frühen Pragmatisten aus heutiger Sicht nicht als Vorstufen, sondern als Sonderwege qualitativer Forschung zu sehen sind gegenüber den Standards qualitativer und quantitativer empirischer sozialwissenschaftlicher Methoden.

Leuba in der Hoch-Zeit des frühen Pragmatismus um 1900 begannen und auch sogleich zu einem Methodenstreit führten. Seibert erwähnte beide Forscher in seiner Habilschrift über James. Welche methodischen Ideen der frühen Pragmatisten die heutigen Standards empirischer Forschung in den Religionswissenschaften prägen, steht außerhalb des Beitrages. Es lohnt sich, Methoden der Religionsphilosophie weiter zu diskutieren. Das Thema empirisch-pragmatische Religionsphilosophie, das Seibert phänomenologisch erschließt, erhält seine inhaltliche Fortführung im letzten Beitrag des Bandes durch Robert C.

Er entfaltet eine auf den klassischen Pragmatismus zurückgreifende Theorie der Religion. Hier wird durch eine Phänomenologie der reflektierten Letztmöglichkeiten von Erfahrung, die im menschlichen Leben eine Rolle spielen, religiöse Tiefe spürbar.

Es sind existenzielle Grenzsituationen, in denen kognitive Antworten, Verhaltensmuster, Identifikationen, Lebensweisen und Leitlinien der Lebensführung wachgerufen werden.

Ihre Erfassung steht nach Neville im Zentrum der philosophischen Theologie. Angesichts der Vielheit der zu erfassenden Phänomene in ihrem Erlebniskontext ist die Aufgabe des Forschers gewaltig. Neville versucht, durch bestimmte Schlüsselbegriffe das zu bearbeitende Feld der Phänomene zu ordnen. Der Situationsbegriff bildet den Ausgangspunkt für die phänomenologische Analyse. Darin sieht sich Neville einig mit Paul Tillich. Ohne dass die Gründungsväter des amerikanischen Pragmatismus dem Beachtung schenkten, war in der deutschen Philosophie nach der Jahrhundertwende dem Situationsbegriff ein breit gefächertes konzeptionelles Interesse entgegengebracht worden.

Philosophen des Pragmatismus und die Vielfalt ihrer religiösen Standpunkte Fragt man, welcher Gründergestalt des Pragmatismus im Rezensionsband die größte Aufmerksamkeit geschenkt wird, ergibt sich Folgendes: William James widmen sich sechs Beiträge, zu Charles Peirce und John Dewey wird in jeweils vier Beiträgen, zu Josiah Royce in zwei Beiträgen Stellung genommen.

Royces Religionsphilosophie erhält ihr Profil durch Vergleiche mit den Auffassungen von James. Als Vertreter des Neopragmatismus kommt Hilary Putnam mit einem Beitrag zu Wort, in welchem Dewey eine Rolle spielt. Dass die Religionsauffassungen von George Herbert Mead und Ferdinand Canning Scott Schiller nicht durch eigene Abhandlungen gewürdigt werden, ist bedauerlich. Das böte die Chance, bislang unbearbeiteten Boden urbar zu machen.

Zwischen den Zeilen deutet ein Mead-kundiger Autor an, dass da nichts zu holen sei. Doch für eine Religionsphilosophie, die im Zeichen der Auflösung tradierter religiöser Strukturen die Übergänge zwischen weltimmanenter und transzendenter Befindlichkeit auslotet, ist Mead durchaus interessant — worauf zuerst Thomas V. Peirce gewidmeten Beiträge des Rezensionsbandes betreffen mehrere Aspekte.

Zum einen geht es um die religiös fundierte Zeichenlehre Semiotik von Peirce, für die Michael L. Das leistet Gesche Linde gekonnt. Zugleich bildet dieser Text das religionsphilosophische Fundament der Peirceschen Semiotik.

Der fromme Gottesglaube ist in ursprünglich christlich geprägten Kulturen heute längst nicht mehr so vorfindbar wie vor 120 Jahren. In Regionen, wo Glaubensgewissheit noch anzutreffen sein mag, hat sie durch die zeitintensiven Alltagsroutinen des modernen Lebens an Intensität verloren.

Davon ist in den späten Texten von Peirce nichts zu spüren, wie Deusers Ausführungen zeigen. Raposas Beitrag über die Beziehung Peirces zur Philosophie von Johannes Duns Scotus, dem mittelalterlichen Philosophen, macht die tiefe Religiosität von Peirce ebenfalls deutlich. Die Gedankenführung Deusers setzt die umfangreiche Kenntnis der Religionsphilosophie Peirces und die mit ihr verwobene kategoriale Semiotik voraus. Zu deren Erschließung leistete Deuser, heute führend in der Peirce-Forschung, 1995 durch Sammlung und Übersetzung der religionsphilosophischen Texte von Peirce Maßgebliches.

Peirce macht in seiner drei-relationalen Kategorienlehre sowohl den christlich- personalen Gott als auch das Universum in gewisser Weise verstehbar. Die vitale Gotteserfahrung ist als subjektive Gewissheit nicht in die Form objektiv gültiger Realität überführbar. Gottesbeweise sind, wie Kant zeigte, weder empirisch noch formallogisch möglich, was nicht heißt, dass die Annahme der Existenz einer höchsten Macht als unvernünftig zu gelten habe — im Gegenteil.

Geht man jedoch davon aus, dass es für den Pragmatisten unsinnig, ja unmoralisch ist, von Wahrheit zu sprechen, wenn sie nicht verifizierbar ist, dann ergibt sich ein Dilemma. In dieser Schärfe stellt Deuser die Frage nicht — wohl weil man sie verneinen müsste. Religionsphilosophie und Gesellschaftskritik William James ist im Rezensionsband allgegenwärtig.

Was ist ein Transident?

Die Erfolgsmethode des Pragmatismus besteht oft darin, Unerwünschtes einfach wegzulassen. James würde Was ist ein Transident? erscheinen, wenn seine Philosophie mit der Botschaft des Guten, die im Vordergrund steht, nicht auch eine Dimension besitzt, die um das Böse the evil in der Welt weiß, um mit der Zurückweisung des Absoluten bereit zu sein, daraus resultierende schmerzvolle Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

Ihm lassen sich Menschen mit einer kranken Seele sick soul gegenüberstellen, deren Leben durch Angst, Verzweiflung, Melancholie zu zerbrechen Was ist ein Transident?. Doch was hat Was ist ein Transident? Leid, zumal unverschuldetes, mit der unterstellten Tragik des Jamesschen Pragmatismus zu tun? Die Afroamerikaner ausgrenzende und benachteiligende sogenannte Jim Crow Gesetzgebung ab den 1880er Jahren erstreckte sich bis ins Jahr 1965.

Ihre verdeckte Weiterführung in der Gegenwart haben Kritiker schon längst zum Thema gemacht Alexander, Was ist ein Transident?. Du Was ist ein Transident? lebte, wurde den frühen Pragmatisten Peirce, James und Dewey — alles erklärte Verfechter der demokratischen Werte Amerikas — nie zum Anlass, durch Einsatz der neuen Philosophie rassische Benachteiligung zu mindern. Royce 1908 war der einzige dem Pragmatismus zugewandte Philosoph nach 1900, der sich dem Problem stellte und Lösungsvorschläge diskutierte.

Mit der 1905 gegründeten Niagara-Bewegung formierte sich erstmals eine organisierte schwarze Bürgerrechtsbewegung. Das Thema ist bis heute aktuell geblieben. Kegley 2009 betont, dass Royce im Gegensatz zu Dewey und anderen Pragmatisten das Thema Rassismus nicht verdrängte. Man fragt sich: Wie lesen Was ist ein Transident?

afroamerikanische Religionsphiloso­phen den Erfurter Tagungsband? Die Betrachtung der Religionsphilosophie des Pragmatismus auf dem Hintergrund zeithistorischer Konflikte liegt außerhalb der Intention des Buches. Einer solchen Absicht zu folgen war vor mehr als hundert Jahren an amerikanischen Universitäten in der Tat nicht üblich.

Andererseits steht einem Austausch mit afroamerikanischen Pragmatismusforschern in Fortführung der Diskussion nichts im Weg — und ist forschungsrelevant. Afroamerikanischer Pragmatismus Was ist ein Transident? nicht selten mit religiös fundierter Trauer vermischt. Du Bois deutsch: 2008und das zeigte vor einem knappen Jahrzehnt Eduard S. Sami Philström kommt im Rezensionsband das Verdienst zu, ausgelotet zu haben, an welchen Stellen die gute Botschaft der Jamesschen Philosophie umschlägt in Zweifel und Nachdenklichkeit.

Viele Menschen erfahren kein Happy End ihres Lebens. Umso mehr forderte James eine moralische Haltung, die den leidenden Mitmenschen wahrnimmt, Mitleid in Handeln umsetzt, hilft.

James meinte, dass eine Was ist ein Transident? umso wertvoller und elaborierter sei, je mehr sie Leid und Entsagung ernst nimmt, wie dies im Christentum und im Buddhismus der Fall sei. Hook forderte vom Pragmatismus ein neues Nachdenken über Tod, Freiheit und Überleben des Menschen. Sein Essay über das Tragische ist auch heute noch beeindruckend. Dennoch erreichte Hook damit nicht jene Ebene des sozialen Protests, der die Bürgerrechtsbewegung der sechziger Jahre schuf. Dewey spielte hier erst recht keine Rolle.

Doch es war Deweys Leistung vorangegangener Jahrzehnte das, was man aus europäischer Sicht zusammenfassend Pragmatismus nannte, als tragfähige Philosophie mit weltweitem Einfluss ausgewiesen zu haben. Mit ihm vertrat er die These, dass die wertvollsten Aussagen Deweys dort zu finden seien, wo sie quer stehen zu seinem platt getretenen Instrumentalismus, Pragmatismus und Naturalismus.

Sich an Selbstbekenntnisse Deweys haltend, folgten viele Interpreten der These, Dewey sei jedem Supernaturalismus abhold. Kestenberg nötigt zu einer anderen Sichtweise, die gut tut, weil sie Interpretationsspielräume verbreitert. Doch damit wird nicht das Ganze der Deweyschen Philosophie, sondern nur ein bestimmter Aspekt betrachtet, den Kestenbaum wie mit einem Vergrößerungsglas heraushebt.

Aufs Ganze gesehen, würde man Dewey jedenfalls nicht gerecht werden, ihn in die Nähe des tradierten Transzendenzbegriffs zu rücken vgl. Der Monotheismus sichert der transzendenten Sphäre eine Wirkung zu, die außerhalb des Glaubens nicht wahrnehmbar ist.

Philosophiehistorisch ist Transzendenz sehr viel weiter zu verstehen als Gottesglaube: Transzendenz bildet den Gegensatz zu Immanenz. Das meint: Es existieren Dinge — Seinsqualitäten, Handlungen, Vorstellungen —, die nicht allein für sich stehen immanent sindsondern über sich selbst hinaus verweisen auf ein höheres Anderes.

Dieser Aspekt ist es, den Kestenbaum bei Dewey verfolgt. Ein reiches Feld an Aussagen in den frühen Texten Deweys ist schlicht Ausdruck seines frommen puritanischen Glaubens, der durchaus nachwirkte, auch wenn Dewey sich später von ihm löste.

Doch das Potenzial der frühen Texte Deweys nutzt Kestenbaum nur randständig. Kestenbaum verfolgt einen anderen Ansatz.

Dewey nannte Was ist ein Transident? der Poetik Beispiele, welche die Kunst als eine einzige große Erfahrung verstehen lassen durch ihren Bezug zur transzendenten Sphäre. Man fragt sich: Warum empfahl Dewey nicht das Naturerleben als Erfahrung des Guten? Warum nicht die religiöse Erfahrung? Wurde doch letztere von Dewey ganz in der Nähe ästhetischer Erfahrung angesiedelt. Kestenbaum, der diese Aussage Deweys nicht erwähnt, kann sie dennoch erklären: Weil alle konkret wahrgenommene Kunst, indem sie Empfindungen weckt und Deutungen herausfordert, über sich selbst hinausweist.

Was ist ein Transident?

Kestenbaum nutzt vor allem Ästhetik, Ethik und Wertphilosophie Deweys, um bei ihm transzendente Bezüge deutlich zu machen. Das ist schon eindrucksvoll, wie Kestenbaum diese Fülle an Hinweisen erschließt. Zitate der Philosophen Nicholas Rescher und John N. Findley bilden dabei den Kontext. Wenn man zu seinem gelungenen Beitrag noch einen Wunsch äußern darf, dann nur, um die Diskussion aufrecht zu erhalten. Wie Kestenbaum verdeutlicht, räumte Dewey jeder direkten positiven Erfahrung Was ist ein Transident?

Chance ein, in eine Sphäre des Ideellen zu transzendieren um fortzuleben. Es ist angemessen, Dewey Inspiration und Spiritualität zu attestieren. Doch sein Sinn für Transzendenz ist insofern begrenzt, als er den Begriff rein diesseitig, innerweltlich versteht. Die Vorstellung, dass etwas jenseits von Erfahrung existiert, hatte er beseitigt. Erfahrung ist in Deweys Philosophie alles, sie hat kein Jenseits.

Selbst das Ideelle gehört zum Diesseits. Dewey machte Was ist ein Transident? Erfahrung hat natürliche Grenzen. Im gehobenen Alltagsverständnis schwingen im Begriff Transzendenz Gott, die Himmelsmacht, das Numinose, das Heilige und ähnliche Bezeichnungen mit. Doch gerade dies gilt nach 1900 nicht mehr für Dewey, und dies zu wissen ist für die Leserschaft wichtig.

Bei Dewey bildet vielmehr die kollektive Erinnerung der Geschichte eine solche Sphäre des Ideellen vgl. In ihr sollen die moralischen, kulturellen, wissenschaftlichen Werte wie andererseits auch die Leiden und Opfer der Menschheit erhalten bleiben. Sie werden im kollektiven Gedächtnis jeder Generation gespeichert und weiter an die nächste Generation vermittelt.

Vom Leiden sozialer Gruppen sagt Dewey — leider — nichts. Dieser innerweltlich-horizontale Transzendierungsprozess in der Weitergabe des Guten wäre mit dem vertikal gedachten Transzendenzbegriff nur unzureichend erfasst.

Beides existiert bei Dewey nebeneinander. Höhere Bildung wurde ihnen noch in den dreißiger Jahren verweigert. Von dem größten Philosophen Amerikas in der Krisenzeit in aller Öffentlichkeit ein herzliches Willkommen zu vernehmen, war ihnen nicht vergönnt. Einen Augenblick gelungener Existenz bewusst zu erleben ist ein Geschenk. Es erhöht uns, weist über uns hinaus auf eine zeitenthobene, jenseitige Dimension. Mit ihr in Harmonie und Einklang leben zu wollen ist das Ziel religiösen Strebens.

Auch Dewey kannte eine Sphäre des Ideellen, Unsichtbaren. Doch eine von menschlicher Erfahrung unabhängige Existenz des Transzendenten, die das Schicksal des Menschen bestimmt, bestritt er, wie erwähnt, ausdrücklich. Offenbar vermochte er die prinzipielle Forderung konkret gar nicht einzulösen. Theologisch eröffnet der Beitrag von Kestenbaum die Möglichkeit, auf Rudolf Otto, tiefenpsycholo­gisch auf Carl Gustav Jung zu verweisen. Dabei ist der Vergleich interessanter als die nur partiell gegebene Übereinstimmung.

Kestenbaums Anliegen, bei Dewey sich nur auf die guten Qualitäten von Erfahrung zu stützen, um ihren ideellen Gehalt herauszuarbeiten, wurde ihm dadurch erleichtert, dass Dewey inhumanen, schlechten Erfahrungen wie Ausgebeutetwerden, Demütigung, Bedrohtsein allenfalls als böses Gegenbild des gewollten Guten Beachtung schenkte, doch nie oder viel zu wenig in die Abgründe realgesellschaftlicher Zustände wirklich eintauchte.

Das wird bei Kestenbaum kaum zur Sprache gebracht. Kestenbaum macht indirekt deutlich: Dewey besaß in seinem Idealismus keinen transzendenten Ort der kollektiven Erfahrung des Bösen von unterdrückten Gruppen, um dieses emotional verankerte Wissen in Generationen übergreifender historischer Erinnerung wach zu halten.

In der Möglichkeit, dem personalen Gottesverständnis wie der Verzweiflung und der Hoffnung in der Musik Was ist ein Was ist ein Transident? zu geben, besaß Black Culture ein kostbares Gefäß Was ist ein Transident? erinnerter und ständig aktivierter Erfahrung. Obwohl Dewey Interesse besaß an der Harlem-Renaissance New Yorks in den zwanziger Jahren — der ersten auch international bedeutsamen Anerkennung afroamerikanischer Kultur in Musik, Poetik, Literatur, Kunsthandwerk —, schweigt sein Werk dazu.

Angesichts der Bedeutung der Musik für die christliche Religion fragt man sich, ob andere Pragmatisten einem Händel-Oratorium, einer Bachschen Passion oder einer Haydn-Messe etwas abgewinnen konnten. Ja, vielleicht, aber die Experten schwei­gen zu diesem Thema. Die tiefgehende Kritik des Theologen Reinhold Niebuhr Anfang der dreißiger Jahre vgl.

Ebenso kritisiert Niebuhr Deweys Religionstheorie. Es war die Zeit der großen Depression, in der verzweifelte Menschen nur noch im Gebet Trost fanden. Dewey hingegen schaffte Gott ab, um an dessen Stelle die Ideale der Menschheit auszubreiten. Niebuhrs Dewey-Kritik, die Kestenbaum unerwähnt lässt, wurde von anderen Autoren als berechtigt angesehen Rice, 1993; Zakai, 2008, Rummenie, 2010.

Aus der Kritik kann man den Schluss ziehen: Bei Dewey existierte letztlich keine große Übergangsschwelle von der Wirklichkeitserfahrung zur ideellen Sphäre. Er hatte als Vertreter des liberalen Progressivismus immer eine bessere Zukunft vor Augen, die nur deshalb noch nicht da sei, weil ihre Bedingungen, wie er sagte, erst noch geschaffen werden müssen.

Das klingt nach einem infiniten Regress. Die Frage bejahend argumentiert Jung so vorsichtig wie umsichtig. Jung will Dewey nicht widerlegen, allenfalls dessen Argumentation kritisch zur Diskussion stellen. Als ob nicht jede Erfahrung an unmittelbare Deutung gebunden ist!

Dewey sah offenbar nicht, dass jede innere Regung nur durch Interpretation in Form eines sprachlichen Urteils — emotional, kognitiv, sprachlich — ihren Geltungsanspruch als Erfahrung gewinnt. Man kann ihm dankbar sein, dass er seinen Beitrag auf dieses eine Argument der Kritik beschränkt, es dafür aber sorgsam ausbreitet.

Putnams wissenschaftliche Leistungen gehen über Beiträge zu Mathematik, formaler Logik sowie Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie hinaus. Sie erstrecken sich auch auf politische und gesellschaftsrelevante Fragen.

Seine philosophischen Standpunkte veränderten sich im Lauf der Zeit. Eine Rolle spielen dabei Grundsätze des Pragmatismus, ebenso die Anschauungen bedeutender jüdischer Philosophen wie Martin Buber, Emmanuel Levinas, Franz Rosenzweig. Wichtig wurde nicht zuletzt Ludwig Wittgenstein. Schlette zeigt einfühlsam, wie Was ist ein Transident? mit zunehmender Hinwendung zum gläubigen, praktizierenden Judentum die religiöse Frage in einem Prozess der Selbstklärung zu beantworten suchte.

Das, was Dewey religiöser Erfahrung an Wert zuzubilligen bereit war, empfand Putnam als Reduktionismus. Wie Dewey schloss Putnam ein Fortleben nach dem Tod aus. Sloterdijk auch im heutigen Protestantismus vielfach nicht mehr entscheidend ist für das Festhalten am evangelischen Glauben. Schlette zeigt ferner, wie Wittgensteins Betonung der Bildhaftigkeit der Sprache ein befreiendes Moment für den Glauben darstellt.

Nur über seine Kontexte ist religiöser Glaube interpretierbar. Im historischen Prozess wurden sie umgeformt zu unhinterfragbaren Wahrheiten, die Herrschaftsinteressen dienen. Deshalb sei ihnen, so Dewey, jeder zeitenthobene Absolutheitsanspruch abzusprechen. Dazu sei angemerkt: Die Auflösung von Absolutheitsansprüchen in den Geisteswissenschaften zugunsten des historischen Nachweises ihres zeitgebundenen Ursprunges war keineswegs nur ein Anliegen des amerikanischen Pragmatismus, sondern um 1900 in Europa, vor allem im deutschsprachigen Raum, mit der Durchsetzung der historisch-kritischen Methode in den Geisteswissenschaften auch Bestandteil vornehmlich protestantischer Universitätstheologie geworden.

Diese Kritik ist einsichtig, doch auf den Pragmatismus trifft sie weit mehr zu. Der historische Abstand zeigt, dass die Forschungslogik Deweys, die — wie Proudfoot herausarbeitete — auch Unklarheiten im Pragmatismus von James überwinden wollte, der guten Absicht nicht gerecht wird. Doch die emanzipative Selbstaufklärung durch das Handeln von Subjekten, die nicht mehr Objekte Probanden eines experimentellen Versuchsplans sein wollten, blieb in der Hoch-Zeit der 68er immer auch ein Stück sich selbst erfüllender Prophezeiung und ist heute nur noch historisch erwähnenswert.

Es gibt zwar einige gute wissenschaftshistorische Aufsätze von ihm, wie etwa über Thomas Hobbes. Dewey war aber als Darwinist um 1900 viel zu sehr vom Progressivismus seiner Zeit beflügelt, als dass er vermocht hätte, die Geschichte Amerikas anders als evolutionär, hoch selektiv und idealistisch verklärt zu betrachten.

Die teleologische Sicht gesellschaftlichen Wachstums growth in seinem organischen Denken war Bestandteil seines Progressivismus. Der Erfahrungsgewinn, den man Proudfoots Text entnehmen kann, liegt in der schärferen Konturierung des Basis-Dilemmas einer vom Pragmatismus beeinflussten Sozialforschung: Je voraussetzungsloser Religions- und Sozialwissenschaftler forschen wollen, desto stärker bewegen sie sich in Aussagenbereichen, die inhaltlich wenig Relevanz aufweisen.

Dies zeigt nicht nur das Schicksal des Behaviorismus, sondern in anderer Weise auch Deweys Religionsschrift. In der Konsequenz solchen Verständnisses ist Erfahrung weitgehend inhaltsleer. Hier und in einigen weiteren Texten jener akademischen Frühzeit Deweys machte er die Demokratie zum Erfüllungsort Was ist ein Transident? Reiches Gottes auf Erden. Wenig später in Chicago wurde die Metapher Bestandteil des Social Gospel.

Nirgendwo anders war diese Erfahrung zu finden. Dass Dewey nachbarschaftliches, gutes Zusammenleben als Modell für die politische Steuerung der mächtigsten Nation der Welt diente, machte seinen Demokratiebegriff so eindrucksvoll. Anstatt diese Demokratievorstellung kritisch zu hinterfragen, wurde sie gefeiert. Man verdrängte, dass Dewey ein real nicht einlösbares Ideal-Konstrukt präsentierte, mit dem konkurrierende soziale Vielfalt, die Zerstörungen des Kapitalismus und politische Dilemmata nicht zu bewältigen waren.

Die Demokratie-Idee Deweys ist so spirituell durchwirkt, dass man sie als ein Was ist ein Transident? säkularisierter Theologie bezeichnen kann. Josiah Royce und William James Sollte man heute in der Lage sein, den amerikanischen Pragmatismus der Zeit um und nach 1900 mit Dewey, Mead, James und Peirce zu verbinden, so bleibt hierzulande der Name Josiah Royce doch völlig unbekannt, allenfalls findet man den Hinweis, dass Royce ein Gegner des Pragmatismus gewesen sei.

Was ist ein Transident?

Um diese Fehlinformation zu korrigieren, sei ein Blick auf jene beiden Texte des Rezensionsbandes geworfen, die William Was ist ein Transident? und Josiah Royce gemeinsam betreffen.

Sie stammen von Ludwig Nagl und Hans Joas. Von Haus Was ist ein Transident? ist Joas historisch interessierter Soziologe, dem nach seiner Promotion über George H. Mead das Verdienst zukommt, ab den neunziger Jahren eine neue Beachtung des amerikanischen Pragmatismus erreicht und dabei auch die Rolle John Deweys unterstrichen zu haben, um dann als Religionssoziologe hervorzutreten. Er darf heute der vielleicht einflussreichste deutsche Religionsphilosoph genannt werden.

Im Rezensionsband reflektiert er Gemeinsamkeit und Differenz religiöser Erfahrung bei William James und Josiah Royce. Beide, James und Royce, lehrten vor Was ist ein Transident?

nach 1900 an der Harvard Universität in Cambridge. Bei Joas spürt man die Absicht, die Leserschaft vor allem mit Josiah Royce als Schüler, Freund und Kollegen von William James bekannt zu machen. Der zweite Beitrag stammt von dem Wiener Philosophen Ludwig Nagl, seit langem ausgewiesen durch Forschungsarbeiten zum amerikanischen Pragmatismus einschließlich zu dessen Religionsphilosophie.

Nagl ist heute im deutschsprachigen Raum vermutlich der beste Kenner der Royceschen Philosophie. In der Weimarer Republik war das eine Rarität.

Royces posthume Kritik an James fasst Joas in sieben Punkten zusammen. Es liegt nahe, dass Joas schließlich auch skizziert, mit welchen Gegenargumenten der verstorbene James seinem in bestimmten Punkten anders denkenden Kollegen Was ist ein Transident? geantwortet hätte — für die Leserschaft ist diese Reflexion eine willkommene Ergänzung.

Die größte Differenz zwischen Royce und James liegt nach Joas darin und auch dies ist nachvollziehbardass Royce einen mehrfach von Krisen heimgesuchten, doch starken gemeinschaftsbestimmten Glauben an Gott besaß, der die Hoffnung auf Versöhnung der Menschern einschloss. James, der immer bereit war, den Willen zum Glauben und das Gute des Gottvertrauens zu verteidigen, ging der Bekenntnischarakter der Royceschen Philosophie viel zu weit.

In der Tat: Jener Philosophie der Pflichttreue gegenüber Gott Philosophy of Loyaltydie Royce als Basis des lebendigen Glaubens ansah, folgte James nicht. Er selbst war es in seiner Jugend ebenfalls — geprägt durch Internatsschulen, die er in Deutschland und der Schweiz besuchte, und Universitätsstudien, später auch durch Forschungsaufenthalte und immer wieder durch Kuraufenthalte.

Von Deutschland abgesehen, hielt er sich auch in Frankreich und nicht zuletzt bei seinem Was ist ein Transident? Henry, dem berühmten Schriftsteller, in England auf.

Als der Vater im Sterben lag, schrieb William an ihn einen bewegenden Abschiedsbrief an dessen Ende er sagte: Er wisse nicht, ob es ein Drüben gebe und ob man sich wiedersehe, Was ist ein Transident? sollte dies so sein, so wären alle Fragen gelöst und alles wäre gerechtfertigt. Einen frommen christlichen Gemeinschaftsglauben, wie ihn Royce besaß, hatte James nicht. Aus der Distanz von über hundert Jahren betrachtet ist Was ist ein Transident?

beschriebene Unterschied im Glauben zwischen James und Royce nicht unermesslich groß. Die unsichtbare Kirche Roycescher Auffasssung kann man sich als locker in augustinisch-calvinischer Tradition Was ist ein Transident? vorstellen. Der besondere Wert des Beitrages von Ludwig Nagl über Royce besteht unter anderem darin, auf die Bezüge zum Katholizismus der Zeit aufmerksam zu machen.

So verweist er auf das Interesse liberaler katholischer Kreise in Europa für den Pragmatismus. Der Katholizis­mus war in der Krise, nachdem die römische Kurie durch mehrere Lehrschreiben öffentlich machte, einen Abwehrkampf gegen die modernen Zeiterscheinungen zu führen, insbesondere gegen Demokratie und Liberalismus.

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Aufs Ganze gesehen gewann die Kirche diesen Kampf nicht, der viele Katholiken, die ein kirchliches Amt wahrnahmen, in Gewissensnot brachte. Nagls Text macht der Leserschaft noch einmal einige Unterschiede der Sichtweisen zwischen Royce und James klar.

Royces Pragmatismusverständnis war von der Nähe zu Kant und dem deutschen Idealismus geprägt. James bemühte sich um eine versöhnende Position, indem er den Pragmatismus als neue Botschaft mit europäischen Wurzeln verkündete. Radikal ablehnend standen sich nach 1900 nur Royce und Dewey gegenüber. In Royces Betonung des Community-Gedankens sieht Nagl eine Kritik an negativen Erscheinungen der modernen Zeit, die Royce von Zeitgenossen als allzu darwinistisch-individualistisch interpretiert sah; Royce forderte eine philosophische Neuinterpretation der Lehre Darwins als Kosmologie.

Ein Protest der amerikanischen Pragmatisten gegen diesen Angriff auf die Menschenwürde ist nicht überliefert, doch die Begeisterung F. Der Beitrag von Vincent Colapietro im Rezensionsband lässt noch einmal den Blick von Royce zu Peirce schweifen. Dabei macht er die Tiefe der religiösen Dimension im Denken von Peirce besonders deutlich. Colapietro stellt fest, dass sich die Standpunkte von Peirce und Royce in großen Teilen überlappten Colapietro, in Deuser et al.

Der christliche Gottesglaube, eine christliche Metaphysik, die in der dreistelligen Zeichenlehre Peirces die göttliche Trinität in Erscheinung treten lässt wie Deuser 2004 gezeigt hatte und nicht zuletzt die soziale Bestimmung des Menschen bildeten zentrale Momente im Denken von Peirce und Royce, die sie viel näher aneinander rücken lassen, als dies in bisherigen Deutungen des Pragmatismus beachtet wurde. Die Gegenüberstellung der Religionsphilosophie von Royce und James wird erwartungsgemäß den stärker sozial bestimmten Standpunkt von Royce und die mehr individuumzentrierte Position von James erwähnen, was sich in den Beiträgen von Joas und Nagl nur andeutet.

Nicht vergessen werden sollte, dass Royce die individuumbezogene Position durchaus reflektierte zum Beispiel in seiner an Kant orientierten Moralphilosophiewährend es ein besonderes Anliegen von Michel Slater 2014, S. William James entwickelte nicht nur die Vorstellung von der Pluralität des Universums, sondern auch vom endlichen, finiten Gott. Christian Polke weist im Rezensionsband darauf hin, dass viele Intellektuelle am Ende des 19.

Jahrhunderts sich vom allmächtigen, ewigen Gott verabschiedeten; darunter auch der Bostoner Theologe Edgar Brightman, dessen Standpunkt Polke mit dem von James vergleicht. Was er beschreibt, wird bei einzelnen Menschen offenbar, wenn sie von einem existenziellen Erlebnis berichten, das sie zu Gott und zum Glauben zurück- gebracht hat.

Sie beginnen, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben — etwa nach Errettung aus Lebensgefahr oder erlebter Dankbarkeit im Falle geleisteter Hilfe für Menschen in Not. Ein unvollständiger Gott ist schon eine merkwürdige Konstruktion, die, von der Kanzel im Gottesdienst verkündet, dem Geistlichen vermutlich ein Lehrzuchtverfahren oder Schlimmeres bescheren würde. Auch Polke akzeptiert ein solches Gottesverständnis nicht. Eine im Glauben veränderte Sicht Was ist ein Transident?, welche Allmacht nicht mehr Was ist ein Transident?

Prädikat des Gottesbegriffs rechnet, vollzog Hans Jonas als Überlebender seiner in Auschwitz ermordeten Familienangehörigen.

Er greift zurück auf die Frage Hiobs: Herr, wo warst du? Auschwitz veränderte das Bild von Gott bei denjenigen, die, was auch immer geschieht, von Gott nicht lassen können: Gott kann nicht mehr als Allmächtiger für den Genozid an seinem Volk und zugleich für das versprochene Heil, für Erbarmen und Liebe in Anspruch genommen werden.

Hält man sich an Letzteres, steht allein Gottes Barmherzigkeit im Zentrum. Wichtiger ist: Nicht die analytische, außerhalb des Glaubens stehende Sicht des finiten Gottes von James, sondern Was ist ein Transident? tragische, im Glauben vollzogene Wendung von Jonas — auf Gott hin — zeigt Authentizität. Mir scheint er wichtig genug, um die Intention Polkes zu stärken.

Sein Beitrag macht einmal mehr deutlich, dass die rationale Erklärung Gottes als einer reinen Wunschprojektion Ludwig Feuerbach von der existenziellen Gotteserfahrung, die Glauben und Lebensführung bestimmt, überhaupt nicht tangiert wird. Deweyaner können, anders als Dewey es vermochte, von tiefem oder weniger tiefem Glauben erfüllt sein. In diesem Sinn argumentiert auch Slater, der betont, Deweys radikaler Antitheismus beinhalte kein Argument, das auch nur ansatzweise in der Lage sei, jemanden davon zu überzeugen, dem tradierten Glauben den Rücken zu kehren Slater, 2014, S.

Ebenso wenig bilde Deweys Sicht der Religion eine normative Vorgabe für das moderne Verständnis von Pragmatismus. Deweys Meinung zur Religion erscheint im hohen Alter erstaunlich eng, ja antiliberal.

Es öffnet und beschreitet viele Wege. Gerade dort, wo unter den Vertretern des klassischen Pragmatismus beachtliche Differenzen der Sichtweisen auftraten wie im Fall der Religion, bedeutet das Bekenntnis zum Pragmatismus heute, religiöse Vielfalt nicht nur zu dulden, sondern sich in dieser Vielfalt wohl zu fühlen Slater, 2014, S.

Das entspricht dem Standpunkt von William James. Die Aussage fiel drei Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieg und war Zunder für das lodernde Feuer der Auseinandersetzungen um die neue American Philosophy in Europa.

Liest man die jüngsten Beiträge von Religionsphilosophen zum Pragmatismus, wie sie hier ausgebreitet wurden, wird klar, dass Wundts Statement erst heute seine tiefere Wahrheit enthüllt. Was können Erziehungswissenschaftler daraus lernen? Vergiss jene Theologen und Religionsphilosophen nicht, die ihn besser kennen, als Universitätspädagogen ahnen! Sie machen deutlich, in welchen Abstufungen die Verblassung des Gottesglaubens im ersten Jahrzehnt des 20.

Jahrhunderts Was ist ein Transident? später in Erscheinung trat. Schon vor 1900 waren in Europa die Nachwirkungen der Ideen von Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Friedrich Nietzsche und Charles Darwin in Intellektuellen- Künstler- und Literatenkreisen ebenso wie in der Arbeiterschaft dergestalt wirksam, dass Kirche und Christentum rasant an Einfluss verloren. Universitätstheologie und kirchliche Kreise waren sich nicht mehr sicher, wie sie mit der Abwendung von der tradierten Religion in vielen gesellschaftlichen Gruppen umgehen sollten.

Verweise auf das Strafgericht Gottes wirkten schon lange nicht mehr. Durch wachsende Widersprüche zwischen den Ergebnissen historisch-kritischer Forschung und der Lehre Darwins einerseits, kirchlicher Lehre andererseits wuchsen die Spannungen innerhalb der akademischen Theologie.

Es wäre unsinnig, im deutschen Kaiserreich heute nur engen Nationalismus feststellen zu wollen, ohne nicht auch die Bereitschaft zu liberaler Kooperation und moderner Vielfalt zu sehen. In der deutschen Theologie standen zum Beispiel Adolf von Harnack, Ernst Troeltsch und Otto Baumgarten für diese offene Haltung.

Im akademischen Raum besaß die Theologie zwar Reputation, aber für die Verarbeitung des neuen Wissens über den Menschen in einer Epoche der Wissensexplosion gewannen an ihrer Stelle Anthropologie und Religionsphilosophie, später auch die Religionssoziologie an Boden — durch Deutungsmuster, die quer zu theologischer Dogmatik stehen.

Erst der historische Rückblick macht sichtbar, dass der Pragmatismus um 1900 eine Was ist ein Transident? Kompensationsfunktion wahrnahm. Das lernt man aus dem hier vorgestellten Tagungsband, auch ohne dass seine Autoren dies ansprechen. Erinnert sei an jene vielzitierte Denkfigur, die Odo Marquard in kompensatorischer Absicht zur Kennzeichnung der Lage der Philosophie benutzte. Vom Pragmatismus sprach Marquard nicht. Amerika wollte eine eigenständige Philosophie kreieren, abgelöst von Europa; dabei waren in den vorangegangenen Epochen die Repräsentanten dieser Philosophie bis weit über die erste Hälfte des 19.

Jahrhunderts hinaus Theologen, und die Philosophie war europäisch. Die Pragmatisten Amerikas änderten dies. Sie machten vieles einfacher, Was ist ein Transident? allzu einfach. Dabei spielte die Religion eine — im Einzelnen unterschiedliche — Rolle bei der Bearbeitung eines Basisproblems: James und noch stärker Dewey wollten das Absolute im System idealistischer Philosophien verabschieden, besaßen aber keine tragfähiges Fundierung für die eigene Philosophie, so dass man das, was man glaubte abgeschafft zu haben, in anderer Form ungewollt wieder einführte: Idealismus und Metaphysik.

Es ging um die These, dass eine psychische Vorstellung auf einer Intention bzw. Psychologische Konstrukte in vollwertige Philosophie überzuführen war für die Vertreter des Pragmatismus nicht einfach.

Dewey hat lebenslang daran gearbeitet. Damit wird die Vielfalt von Standpunkten im Pragmatismus deutlich. An ihre Stelle traten religiöse Bewegungen, die in Spannung zu den etablierten Kirchen standen. Theologischer Funktionsverlust Inkompetenz erzeugte Kompensationsbedarf. Auf Glück zu hoffen, um langes Leid ertragen zu Was ist ein Transident?, ist nach der Gebrochenheit der historischen Erfahrung des 20. Jahrhundert kaum denkbar, ohne dass dabei der Religion eine wichtige Rolle zukommt.

Die Religion wird gebraucht, denn nur sie vermag die absoluten Werte des Humanum, der Menschenrechte, der Würde der Person zu binden. Wie aber die Religion in Anspruch nehmen, wenn Theologie und Kirche Was ist ein Transident? mehr für das gesellschaftliche Ganze stehen? Möglichkeiten dazu eröffnet das Konzept der Selbsttranzendenz. Mit Selbsttranszendenz wollte Viktor Frankl 2005, S. Mit dieser Erfahrung begründete er, tief gläubig, die Existenzanalyse und Logotherapie.

Wie oben erwähnt, sah Putnam Deweys Religionsauffassung als reduktionistisch an und lehnte sie ab. Frankl hatte denselben Einwand des Reduktionismus gegenüber der Psychoanalyse Freuds, die die Gottesidee zur Projektion der Vaterimago erklärte. Frankl sprach von Selbsttranszendenz als einem anthropologischen Merkmal, das die personale Gotteserfahrung ermöglicht. Existenzanalyse und Logotherapie gehen vom werterfüllten, sinnsuchenden Menschen aus. Max Schelers Anthropologie und dessen Begriff der Welthabe besaßen für Frankl zentrale Bedeutung.

Ihm gegenüber bildet Deweys Sicht des Grundverhältnisses von Mensch und Welt den Gegenpol. Deweys Ethik macht allein Erfahrung zum Maßstab des Handelns: Im Licht Darwins ist der Mensch Organismus, der Anpassung adjustment betreibt und dabei in wechselseitiger Interaktion mit der Umwelt steht. Zunächst steht dieses Echo in einem gewissen Widerspruch zur These von dem schwindenden Einfluss der Religion in der Gesellschaft.

Doch während bei Frankl Selbsttranszendenz das ist, was jeden Menschen glaubensfähig für die Gotteserfahrung macht, demnach Voraussetzung für Gotteserfahrung ist, gewinnt der Begriff bei Joas eine etwas breitere Bedeutung, die die Gotteserfahrung berühren kann, aber nicht muss.

Joas beschreibt, welche Art die Anmutungen sind, die Akte der Selbsttranszendenz ins Bewusstsein treten lassen. Der Begriff der Selbsttranszendenz taucht im Rezensionsband nicht auf.

Vermutlich war das bewusste Absicht der Herausgeber. Doch wenn man diesen beeindruckenden Band mit einer Aura umgeben sieht, die nur von dem geistigen Auge der besonders interessierten Leserschaft wahrgenommen wird, dann drückt diese Aura — so denke ich — Selbsttranszendenz aus. Praktische Theologie und Kirche übernahmen viele Methoden des Pragmatismus stillschweigend. Gott fungiert heute als flexibel handhabbare Größe für eine Bedarfstheologie, die Beratung und soziale Dienste anbietet.

Theologen sind besonders gefragt, wenn sie öffentliche Resonanz besitzen. Entsetzen und kollektive Trauer, die ein plötzliches Unglück mit hohen Verlusten an Menschenleben verursacht, werden durch das Gedenken an die Opfer und die Anteilnahme am Schmerz der Hinterbliebenen öffentlich zum Ausdruck gebracht.

Die Mitwirkung der Kirchen und Religionsgemeinschaften entspricht dabei einem zentralen gesellschaftlichen Bedürfnis. Die beiden großen christlichen Glaubensrichtungen in Deutschland tun dies, indem sie sich nicht mehr fremd gegenüber stehen, sondern zusammenrücken.

Mass Incarceration in the Age of Colorblindness. Pragmatism and the Theory of Religion. New York: Fordham University Press. Early essays and Outlines of a Critical Theory of Ethics. In: John Dewey: Erfahrung, Erkenntnis und Wert. Pragmatism and the Politics of Black America. Chica­go: University of Chicago Press insbes.

In: Proceedings and Addresses of the American Philosophical Association. A Study in Human Nature. Materialien und Studien zu einer Psychologie und Pathologie des religiösen Lebens. John Dewey and the Transcendent. Chicago: University of Chicago Press. Ausgabe zum Reformationstag am 31. V: Pragmatism and Pragmaticism, Vol. In: Education an Culture, Vol. Erziehung — Schule — Unterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt in progress. In: The Journal of Religion, Vol.

Stuttgart: Kröner Erstauflage Leipzig, 1911. Reinhold Niebuhr and the American Was ist ein Transident?. Hein Retter: Emeritus, Technische Universität Braunschweig, Institut für Erziehungswissenschaft Deutschland ; Website: Kontakt: h. David Wicks and his team will maintain what is tried and tested and combine it with innovations Was ist ein Transident?

timely improvements. Regarding the latter, see for example:. Future authors must please contact the new Editor-in-Chief with their contributions and questions. Such contacts can also be made to the Was ist ein Transident? and Managing editors see:. New Author Guidelines can be found in: and. The Editorial Team looks forward to further high-quality articles, essays, book reviews, conference reports and information on research and teaching projects.

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